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Offener Brief – Initiative der Freizeitunternehmen der Region Leipzig in der Corona-Krise

Initiative der Freizeitunternehmen

Initiative der Freizeitunternehmen der Region Leipzig in der Corona-Krise

Offener Brief der Freizeitunternehmen der Region Leipzig an die Stadt Leipzig
und das Land Sachsen

Leipzig, 3. April 2020

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Jung,
sehr geehrte StadträtInnen von Leipzig,
sehr geehrter Herr Ministerpräsident Kretschmer,
sehr geehrte Frau Ministerin Klepsch,
sehr geehrte Herren Minister Dulig und Vorjohann,

die Corona-Krise hat uns alle fest im Griff. Es geht um die Gesundheit von Millionen, um unsere Zukunft
– aber auch um unsere Wirtschaft.
Wir sind froh und dankbar, wie schnell vielen unserer MitarbeiterInnen über staatliches Kurzarbeitergeld
geholfen werden kann. Die Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik agiert aktuell im Minutentakt und
bringt laufend neue Hilfspakete und Gesetzesänderungen auf den Weg. Das ist großartig, denn auch
für Sie alle ist diese Situation neu.
An Freizeitvergnügen denkt dabei im Moment sicher niemand – über Freizeitunternehmen spricht auch
niemand. Doch unsere Branche ist mit am härtesten betroffen: Von heute auf morgen wurden alle
Freizeitaktivitäten ausnahmslos eingestellt und alle Betriebe zum Wohle der Allgemeinheit
zwangsgeschlossen, es fließen keinerlei Einnahmen mehr. Uns allen ist klar: Gesundheit geht vor,
Freizeitvergnügen hat momentan keinerlei Priorität. Dafür haben wir volles Verständnis.
Aber auch wir sind ein Wirtschaftszweig – in Leipzig und Sachsen sogar ein großer! Und wir haben
große Sorgen, wie lange wir durchhalten können. Wir gehören fast alle zum typischen Mittelstand mit
11 bis 250 MitarbeiterInnen. Aktuell erreichen genau diese Unternehmen jedoch noch kaum echte
Hilfen.
Konkret geht es nur in Leipzig und Umland allein bei den hier unterzeichnenden Freizeitbetrieben
um mindestens 750 Arbeitsplätze. Die gesamte Freizeitbranche der Region hat viele Tausende
mehr. Menschen, die ihre Arbeit und die Freude, die sie anderen damit geben können, lieben – und die
davon leben.
2019 hatten wir zusammen über 1,7 Millionen glückliche BesucherInnen in unseren
Freizeitstätten! Es geht also auch darum, wie wir nach dem Tal der Tränen wieder Freude und
Zuversicht in die Gesichter der Menschen in Sachsen zaubern können. Wenn das Schlimmste
überstanden ist, dann wollen sie raus, sich bewegen, etwas gemeinsam unternehmen. Sie wollen
klettern, ins Kino, Trampolinspringen, schwimmen, zum Fitness, bowlen, gemeinsam Spiele spielen,
Abenteuer erleben – und wieder LEBEN!
Doch wo? Denn viele von uns wird es dann nicht mehr geben – es sei denn, Stadt, Land und Bund
schaffen JETZT schnell unkomplizierte Hilfen und Klarheit. Gerne möchten wir Sie dabei mit konkreten
Vorschlägen unterstützen – denn Sie können und müssen nicht auf jede Frage eine Antwort parat
haben.
Natürlich sind unsere Unternehmen und Herausforderungen vielfältig und individuell unterschiedlich –
nachfolgend haben wir die meistgenannten Sorgen und Forderungen formuliert und bitten Sie um kurze
Aufmerksamkeit auf diese Kernthemen der lokalen Freizeitbetriebe:

1. Entschädigungen

Bislang wird erwartet, dass die Kosten für den Schutz des Allgemeinwohls – nämlich die Kosten,
die durch unsere Unternehmensschließungen entstehen – allein von den Unternehmen selbst durch
eigene Liquiditäten und Kredite, die über viele Jahre zu Schulden führen, getragen werden. Dabei
sieht das Infektionsschutzgesetz ausdrücklich Entschädigungen für Unternehmen vor, die auf Basis
dieses Gesetzes durch die Behörden zwangsgeschlossen werden. Ja, die heutige Situation ist neu.
Aber die Kosten für eine gesamtgesellschaftliche Krise dürfen nicht einzelne Wirtschaftszweige
tragen – dies muss die Allgemeinheit, also der Staat, tun!
Bitte schaffen Sie hier schnell Klarheit und prüfen Sie Entschädigungen durch staatliche Mittel!
Initiative der Freizeitunternehmen der Region Leipzig in der Corona-Krise

2. Mieten

Freizeitunternehmen wie wir brauchen für ihr Geschäft riesige Flächen von vielen Hunderten bis
Tausenden von Quadratmetern. Diese sind in aller Regel gemietet. Die Miete für riesige Flächen ist
ebenfalls riesig und fällt auch in Schließzeiträumen an – denn VermieterInnen leben von diesen
Einnahmen. Hier braucht es eine staatliche Lösung, die Lasten müssen auf alle gleichmäßig verteilt
werden und dürfen nicht nur die behördlich von ihren Einnahmen abgeschnittenen Mieter
schlechtstellen.
Wir fordern daher eine Art „Kurzmietengeld“, bei dem der Staat anteilig die Mieten von privaten
Unternehmen übernimmt! Würde der Staat zum Beispiel mit 60% der Mietkosten in der Zeit der
Schließung einspringen, könnten Vermieter und Mieter sich über die Differenzbeträge verständigen.

3. Minijobber, Auszubildende & studentische Aushilfen

Die Freizeitbranche beschäftigt zahlreiche Minijobber und studentische Aushilfen. Nicht, weil sie es
sich leicht machen will, sondern weil das zu einem Geschäft, das vornehmlich abends und am
Wochenende stattfindet und viele Köpfe in vielen Schichten braucht, einfach passt. Damit schaffen
wir Zuverdienst und Perspektiven für Menschen, die noch am Anfang ihres beruflichen Lebens
stehen, von ihrem Hauptberuf nicht leben können oder ihre Ausbildung finanzieren müssen. Und
genau diese Menschen werden nun im Stich gelassen – denn Auszubildende, Minijobber und
studentische Aushilfen haben keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld.
Hier muss eine Lösung her! Wir wollen diese MitarbeiterInnen nicht verlieren, da sie fester
Bestandteil unserer Wiederaufbaupläne sind, aber wir können sie nicht über Monate ohne jegliche
Einnahmen aus eigener Tasche finanzieren.

4. Finanzierungshilfen & Subventionen für den Mittelstand

Der Staat verspricht für gesunde Unternehmen, die einzig durch die COVID-19 Pandemie in
Schwierigkeiten gekommen sind, Hilfen in Milliardenhöhe vor allem durch Kredite der KfW über die
Hausbanken. Das ist ein toller erster Schritt! Die Banken allerdings tragen weiterhin einen Teil des
Risikos und schaffen somit verständlicherweise Hürden, um sich selbst abzusichern.
Wir fordern: Der Staat muss die Banken zu 100% von der Haftung freistellen, damit Hilfen schnell
und unkompliziert bei denen ankommen, die sie brauchen! Uns ist klar, dass die Bearbeitung Zeit
benötigt und wir tun alles, um diese aus eigenen Mitteln zu überbrücken, trotz vollem Umsatzausfall.
Doch wir brauchen hier schnelle Prozesse, denn es wird von Woche zu Woche für viele Betriebe
finanziell immer enger werden.
Wir fordern zusätzlich in Sachsen tilgungsfreie Subventionen auch für den Mittelstand, nicht nur für
Kleinunternehmen – denn Kredite verschieben das Problem nur, lösen es aber nicht. Wir werden
ganz ohne eigenes Verschulden monetär hochverschuldet aus dieser Krise hervorgehen. Die
Tilgung wird uns über Jahre belasten und Investitionen in die Zukunft unmöglich machen – wenn
wir überhaupt überleben. Als mittelständische Unternehmen, die über Jahre wirtschaftlich
gehaushaltet haben, fühlen wir uns im Stich gelassen: Zuschüsse ohne Tilgungspflicht erreichen
momentan nur Kleinunternehmen. Dabei geht es gerade im Mittelstand um Tausende von
Arbeitsplätzen und das Herz unserer Wirtschaft. Wir stehen vor einem riesigen Stapel
bürokratischer Anträge mit vielen „Wenns“ und „Abers“, nur ohne Aussicht auf schnelle Hilfe.

5. Exitstrategien

Wir verstehen, dass eine Situation wie die aktuelle noch nie dagewesen ist und es keine Pläne in
den Schubladen gibt. Aber wir brauchen eine grobe Perspektive, allein schon, um unsere Liquidität
sinnvoll planen zu können. Die Banken verlangen das auch von uns, wenn wir Kredite wollen.
Reden wir von zwei Monaten, sechs, oder zwölf?
Keiner von uns glaubt, dass das Leben nach Ostern wieder seinen gewohnten Weg gehen wird,
wie die aktuellen Verfügungen es als Schließzeitraum noch vorsehen. Wir sind auch bereit, hier
unsere gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und Menschen zu schützen, indem sie
nicht in Massen zu Sport- und Freizeitaktivitäten gehen. Aber wir brauchen einen schrittweisen
Exitplan, um nicht zugrunde zu gehen: Wir möchten Ihnen konkrete Vorschläge machen, wie Gäste
unter Einhaltung von Schutzvorkehrungen in kleineren Gruppen schrittweise wieder zu uns kommen
können.
Initiative der Freizeitunternehmen der Region Leipzig in der Corona-Krise
Ja, wir brauchen Sie als PolitikerInnen, um in Situationen wie diesen zu unser aller Wohl Grundsatz-
Entscheidungen zu fällen und uns vor allem schnell zu helfen. Ja, wir brauchen auch einzelne Experten,
die die Gesamtsituation fachmännisch beurteilen.
Aber der Schwarm ist immer intelligenter als der Einzelne. Sie müssen nicht für jedes Detail unserer
Branche eine Lösung parat haben: Wir kennen unsere Branche besser als jeder andere. Deswegen
solidarisieren wir uns, unterstützen uns gegenseitig und finden gemeinsam Ideen und Lösungen, um
aus dieser Lage wieder heraus zu kommen.
Hören Sie sich unsere Ideen an, nehmen Sie sie an und bitte handeln Sie!
Gemeinsam wollen wir nach der Krise Corona wieder aus den Köpfen der Menschen bekommen und
ihnen wieder Lust am Leben schenken.
Bitte geben Sie unserer Branche in den nächsten Tagen einen Gesprächstermin, so dass wir
gemeinsam an einem Tisch konkrete Pläne schmieden können! Damit Leipzig und Sachsen auch und
besonders nach der Krise noch Orte der Freude und Bewegung haben.
Hochachtungsvoll,

Adrenalin Park Leipzig

All on Sea
AREA 13 Leipzig Indoor Paintball + Airsoft
Bowlingbahn Markkleeberg
City Boot Camp
Eiszeit Lounge
Escape Room Leipzig
Freizeitcampus
JUMP House Leipzig
Kanu Wildwasserterrasse Markkleeberg
Kawi Kids
Kikoo Kinderland
Kinderland Leipzig
Kindermobil 24
Kletterwald Leipzig
KOSMOS Boulderhalle
Krystallpalast Varieté
Kunstkraftwerk
LEAVR
Matchball Sportcenter
MDR-Studiotouren
Ministerium für Abenteuer
Moonlight-Bowling
Paintball Megapark Leipzig
Paintball Shop Leipzig
Peakformance
Pearlball
Pool Sachsen
Sauna im See
Saxracing
Soccer World Leipzig
Sportpark Leipzig
Stadthafen Leipzig
Stadtrundfahrt Leipzig
Starlight-Bowling
Tanzschule Oliver und Tina
TeamEscape Leipzig
Team-Duell
Teamevent Leipzig
Tennisschule Topspin
Tennispark Zwenkau
Tennisschule und Akademie Mitteldeutschland

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